Candlesticks im Forex Trading: Kerzen als Filter für Ausbrüche

Charttechnische Ausbrüche gelten als große Trading Chance. Immer wieder aber kommt es zu Fehlausbrüchen. Die Trefferquote lässt sich erhöhen, wenn Kerzencharts als Filter für den Ausbruch genutzt werden. Fehlausbrüche lassen sich so oft erschreckend einfach erkennen. Und wenn der Candlestick-Filter versagt, ist es dennoch nicht zu spät.

Ausbrüche sind bei signifikanten Widerstands- und Unterstützungslevels relevant. Dabei kann es sich um ein- oder mehrfache Hochs oder Tiefs handeln, um Trendlinien oder Kreuzwiderstände. In der Praxis lässt sich beobachten, dass der Markt einen Widerstand häufig kurzzeitig überschreitet, es aber dennoch nicht zum Ausbruch kommt. Analog dazu markiert der Markt mit dem Unterschreiten einer Unterstützung ein neues Tief, dreht danach aber wieder.


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Die Kerze muss den Ausbruch bestätigen

Kerzencharts können einen Ausbruch bestätigen – oder eben nicht.

Sie stehen damit oft im scheinbaren Widerspruch zu Charts auf Schlusskursbasis. Nachfolgend einige Fallbeispiele. Bildet der Markt beim Überwinden eines Widerstands eine weiße Kerze mit langem Docht aus, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen fehlgeschlagenen Ausbruch.

Ein langer Docht weist darauf hin, dass während der Handelssitzung zwar zunächst ein deutlicher Kursgewinn erreicht wurde. Dieser wurde aber schnell zu Verkäufen genutzt, so dass der Schlusskurs nur kurz oberhalb des Widerstands liegt.

Der Wert eines charttechnischen Widerstands besteht gerade darin, dass sich nach seinem Überschreiten eine Änderung im Kräfteverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage einstellt (zugunsten der Nachfrage). Ist das nicht der Fall, lohnt es sich zunächst nicht, eine Longposition zu eröffnen. Der Tageshöchstkurs der Kerze mit langem Docht fungiert dann als der nächste relevante Widerstand.

Ein weiteres Beispiel für einen fehlgeschlagenen Ausbruch ist das Auftreten eines „Doji“. Ein Doji tritt auf, wenn der Schlusskurs und der Eröffnungskurs identisch sind und beide sowohl unter dem Höchst- als auch dem Tiefstkurs liegen. In diesem Fall existiert kein Kerzenkörper. Auch hier fehlen die „Symptome“ eines echten Ausbruchs. Schließlich hat der Markt keine klare Richtung eingeschlagen.

Lange weiße Kerze als Initialzündung

Kerzencharts können auch dann einen Fehlausbruch anzeigen, wenn zusätzlich zum Überschreiten eines Widerstands ein weiteres bullishes Merkmal vorliegt. Eröffnet der Markt mit einer Kurslücke (z. B. nach dem Wochenende) deutlich im Plus und fällt er danach auf einen Schlusskurs kurz über dem Widerstand, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls nicht um einen Ausbruch mit signifikantem Potenzial.

Auf einen Ausbruch nach oben folgt im besten (=idealtypischen) Fall eine lange weiße Kerze ohne Docht. Dann schließt der Markt am Tag des Ausbruchs bei steigender Volatilität auf Tageshoch – mehr geht kaum. Eine eindeutige Abgrenzung zwischen weißen Kerzen mit bullisher Wirkung und solchen ohne Aussagekraft ist schwer.

Fakt ist aber: Je länger der Docht, desto größer ist das Risiko eines Fehlausbruchs.

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