Fakten zum Schweizer Franken

Die Schweiz ist mit 7,8 Millionen Einwohnern sehr viel kleiner als die USA, Deutschland, Japan oder Großbritannien. Dennoch gehört der Schweizer Franken zu den wichtigsten Währungen der Welt. Das ist nicht zuletzt auf seinen Status als Fluchtwährung zurückzuführen. Die Schweiz gilt als Wirtschaftsraum mit fast unvergleichlicher Prosperität und als einer der wichtigsten Finanzplätze der Welt.

Das BIP im Jahr 2010 belief sich auf 550 Mrd. Schweizer Franken bzw. umgerechnet 400 Mrd. Euro. Das BIP pro Kopf betrug rund 52.000 Euro und zählte damit zu den höchsten der Welt. Die Arbeitslosenquote in der Schweiz lag im Jahr 2010 bei 3,7 Prozent. Die Neuverschuldung betrug 0 Prozent. Die Schuldenquote der schweizerischen öffentlichen Haushalte gemessen am BIP belief sich auf knapp 39 Prozent und war damit eine der niedrigsten weltweit.

Wenig Schulden, starke Wirtschaft: Der Franken als Save Haven

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Schweiz sehr viel weniger hart getroffen als Deutschland. Das BIP brach im Jahr 2009 um 1,9 Prozent ein, erholte sich im Folgejahr aber wieder deutlich und legte um 2,6 Prozent zu. Die konsolidierten öffentlichen Haushalte, die vergleichsweise geringe Staatsverschuldung und die stabilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verleihen der Schweiz und ihrer Währung einen Sonderstatus. Auch der Leistungsbilanzüberschuss der Volkswirtschaft (9 Mrd. Euro in 2009) trägt zu diesem Status bei.

Die absolut betrachtet eher kleine Wirtschaftsleistung und die Wahrnehmung als „Safe Haven“-Währung bergen ein gewisses Übertreibungspotenzial. Die Schweizer Notenbank (SNB) hat im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise deshalb nicht vor entschiedenen Maßnahmen der quantitativen Lockerung zurückgeschreckt, um einer zu deutlichen Aufwertung entgegenzutreten.

SNB kämpft mit QE-Maßnahmen gegen Aufwertung an

Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise senkte die SNB den Leitzins in der Schweiz auf 0,25 Prozent. Sie wird an diesem Zinsniveau voraussichtlich noch länger festhalten. Begründet wird das mit den niedrigen Inflationserwartungen (0,8 Prozent für 2011 und 1,1 Prozent für 2011, Stand Juni 2011). Bei der Entscheidung dürfte aber auch die Sorge im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Staatsschuldenkrise in wichtigen Industrieländern eine Rolle gespielt haben.

Die Schweiz wird in diversen Rankings immer wieder zu den leistungsstärksten Wirtschaftsräumen der Welt gezählt. Ausländische Investoren (nicht zuletzt aus Deutschland) schätzen eine hoch entwickelte Infrastruktur, ein flexibles Arbeitsrecht und eine hohe Produktivität. Einer der wichtigsten Handelspartner der Schweiz ist Deutschland.

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